Flexible Panama-Stiftung findet vermehrt Zuspruch

Das Institut der Stiftung als flexibles Vermögenshaltungs- und Nachfolgeinstrument findet weltweit immer mehr Zuspruch. Sie stellt z.B. häufig einen diskreten Rahmen für karitative Handlungen, innerfamiliäre Vermögensübertragungen oder Unternehmensnachfolgen dar. Manchmal stehen auch lediglich steuerliche Überlegungen im Vordergrund, da - in der Praxis mit oder ohne Berücksichtigung der relevanten Steuergesetzgebungen - Stiftungen häufig steuergünstig Vermögen halten und übertragen können. Lange Zeit lag die liechtensteinische Stiftung in der Gunst aller Stifter. Seit aber die Anonymität in Liechtenstein nicht mehr vollständig gewährleistet werden kann, wurde nach Alternativen gesucht und vielfach im angelsächsischen Trust gefunden. Darüber hinaus fanden auch ausserhalb Europa errichtete Stiftungen zunehmend Gefallen, so z.B. jene aus Curacao oder Panama. Gerade die Stiftung nach panamesischem Recht wird heute auch in der Schweiz von namhaften Banken und Treuhandgesellschaften (diskret) empfohlen. Dieses Konstrukt wird demnächst durch die Einführung der Zinsbesteuerung weiteren Auftrieb erhalten, das die Stiftung als juristische Rechtspersönlichkeit nicht der paneuropäisch aufdiktierten Zinsbesteuerung unterliegt. Aufgrund dieser neuartigen Popularität möchten wir die Panama-Stiftung etwas näher erläutern.
Die Panama-Stiftung gründet auf einem Gesetz aus dem Jahre 1995, welches "Stiftungen privaten Charakters" zuliess und somit eine kontinentalrechtliche Alternative zum 1984 erlassenen Trustrecht schuf. Das Gesetz wurde in deutlicher Anlehnung an das  liechtensteinische Stiftungsrecht formuliert, so dass die Panama-Stiftung weitgehend der bekannten Familienstiftung aus dem Fürstentum ähnelt.
Entsprechend kennt die Stiftung Statuten ("Acta Constitutional") und Bei-Statuten ("Reglamento"); erstere begründen die Rechtspersönlichkeit und müssen im panamesischen Öffentlichkeitsregister eingetragen, letztere umfassen im wesentlichen die Begünstigungen und können privat bestimmt und verwaltet werden. Der Stiftungszweck darf nicht kommerziell ausgerichtet sein, obschon die Stiftung Gesellschaftsanteile halten und Rechte verwalten darf. Als Stifter können sowohl natürliche als auch juristische Personen fungieren (in FL: nur Privatpersonen); sie haben ein Mindestkapital von min. 10'000 USD zu widmen. Das gewidmete Vermögen trennt sich vom übrigen Vermögen des Stifters und kann als Stiftungsgut nach panamesischen Gesetz nicht zur Erfüllung persönlicher Verpflichtungen des Stifters (und der Begünstigten) herangezogen werden. Oberstes Organ ist der Stiftungsrat, der aus mindestens drei physischen Personen, die allesamt Ausländer mit Domizil im Ausland sein können, zu bestehen hat. Allerdings können auch juristische Personen als Mandatsträger eingesetzt werden; in diesem Falle kann die juristische Person auch als alleiniger Stiftungsrat agieren. Der Stiftungsrat, allenfalls von Protektoren oder Kuratoren überwacht, hat vorab das Regelement zu erfüllen und nimmt in der Praxis die Weisungen des Stifters zur Umsetzung entgegen. Eine Stiftung kann nach Massgabe der Satzungen und der Bei-Statuten jederzeit aufgelöst werden. Auch die Sitzverlegung (ins Ausland) ist gesetzlich geregelt und kann ohne weiteres jederzeit vorgenommen werden. Steuerlich bleibt die Panama-Stiftung mit einer jährlichen Pauschalsteuer von 150 USD (FL: 1'000 CHF) geschont. Diese Steuerlast ist abschliessend, sofern nicht in Panama selbst Einkünfte generiert werden (Panama besteuert wie etliche lateinamerikanische Länder nach dem Territorialprinzip, d.h. Auslandseinkünfte sind durchwegs steuerfrei). Die Kosten der Errichtung und der jährlichen Verwaltung bewegen sich je nach Geschäftspartner zwischen 3'000 und 6'000 USD (inkl. underlying company).
 
Würdigung: Die Panama-Stiftung ist insbesondere als flexibles, d.h. nach Belieben steuerbares Vehikel der privaten Vermögensverwaltung im Aufwind. Sie kann fiduziarisch gegründet werden und die Anonymität der Stifter und Begünstigten gewährleisten. Die Stiftungsreglements ermöglichen u.a. die Begünstigung anderer Personen als der gesetzlichen Erben (ohne Hindernisse durch Pflichtteilsbelastungen und Erbschaftssteuern für Nichtverwandte), die Verzögerung von Auszahlungen (z.B. durch Begünstigung erst ab Erreichen eines bestimmten Alters) oder die Auferlegung von Bedingungen an die Begünstigten. (das Reglement wird, im Gegensatz zu den allgemein gehaltenen Gründungsurkunden und Statuten, den panamesische Behörden nicht übergeben; da der Stiftungsrat nicht zwingend panamesische Mitglieder umfassen muss, ist es nicht erforderlich, eine Ausfertigung des Reglements in Panama zu verwahren, dies etwa im Gegensatz zu Liechtenstein, wo immer ein Liechtensteiner Anwalt oder Treuhänder Mitglied des Stiftungsrates und deshalb entsprechend dokumentiert sein muss). Im Wesentlichen ist die Panama-Stiftung das lateinamerikanische Pendant zur liechtensteinischen Familienstiftung (wegen den institutionellen Ähnlichkeiten können FL-Satzungen und Bei-Statuten gar tel quel übernommen werden). Sie ist aber vergleichsweise flexibler, anonymer und kostengünstiger als die liechtensteinische Variante. Von Vorteil ist es zudem, dass bei Schweizer Verwahrung von Wertpapieren keine Mehrwertsteuern auf Depotgebühren anfallen (bei FL-Stiftungen dagegen schon, weil das Fürstentum MWSt-rechtlich als Schweizer Inland gilt), was bei grossen Vermögen durchaus ins Gewicht fallen kann.
 
Schweizer Praxis: Stifter, welche über Schweizer Organisationen - zumeist Banken, Treuhänder oder Anwälte, die i.d.R. langjährig konsolidierte Geschäftsbeziehungen nach Panama pflegen - eine Panama-Stiftung errichten möchten, werden deswegen kaum je Kontakt zum mittelamerikanischen Staat knüpfen. Vielmehr werden sie auf vorgegründete Stiftungen zurückgreifen und diese ihren Bedürfnissen anpassen. Dabei bleibt Stiftungsvermögen in Form von liquiden Mitteln oder Wertpapieren stets in helvetischen Konti oder Depots. Sofern die Stifter keine eigenen Stiftungsräte stellen, kommen professionelle Stiftungsräte zum Zuge. Diese haben i.d.R. kein Domizil in Panama, verfügen aber über Korrespondenzbeziehungen oder Ad-hoc-Gesellschaften, welche in Lateinamerika die Formalitäten in die Hand nehmen. Die Panama-Stiftung wird derzeit generell als Instrument der Vermögensverwaltung und Nachlassplanung und speziell als relativ kostengünstiges Schutzinstrument gegen die Zinsbesteuerung angeboten.
 
EMIGRATION NOW: Gerne erläutern wir in Orientierungsgesprächen das Wesen der Panama-Stiftung im Detail, zeigen den diesbezüglich relavanten Rechtsrahmen Ihrer Auswanderungsdestination auf  und nennen Namen von Schweizer Banken und/oder Anwaltskanzleien, welche Wege zur sicheren Errichtung und Verwaltung von Panama-Stiftungen ebnen.   
 

 
 

 


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