Internationale Steuernews, 1. Quartal 2014

Steueraspekte sind bei Emigration Now Gegenstand aller Orientierungsgespräche und vieler Mandate. Ebenso wie in der Schweiz ist das Steuerrecht im Ausland häufigen Änderungen unterworfen. Nachfolgend sind Neuerungen für natürliche Personen aufgeführt, die im ersten Quartal 2014 in einigen Auswanderungsdestinationen beschlossen wurden. Auffallend ist dabei, dass mancherorts Provisorisches zum Dauerhaften wird, Höchstverdiener dezidiert angepeilt und Steuersubstrate ausgeweitet werden (so wartet nur Norwegen mit generell erfreulichen Nachrichten für die Steuerzahler auf).       

AUSTRALIEN: Ansässige Unternehmen und natürliche Personen können bis zum 19.12.2014 nicht deklariertes Auslandsvermögen legalisieren. Bei vollständiger Aufdeckung des ausländischen Vermögens wird auf eine Strafverfolgung verzichtet und die zu zahlende Strafsteuer auf 10% statt bis zu 75% begrenzt. Zudem wird die Nachverfolgung der Steuerhinterziehung auf die reguläre Festsetzungsfrist von 4 Jahren begrenzt. 

BULGARIEN: Die 2013 eingeführte Quellensteuer auf Zinsen aus Spareinlagen von 10% wird von 2014 bis 2016 um je 2 Prozentpunkte gesenkt und ab 2017 ganz abgeschafft. 

FINNLAND: Einkünfte aus Kapitalvermögen werden künftig ab 40.000 € (bisher 50.000 €) mit 32% besteuert (der darunter liegende Betrag unverändert mit 30%). Dividenden nicht börsennotierter Gesellschaften, die 8% des Beteiligungswerts übersteigen, werden zu 75% steuerbar sein und dem progressiven Einkommensteuertarif unterliegen. Im Zusammenhang mit der Senkung des Körperschaftsteuersatzes auf 20% wird auch die Quellensteuer auf Dividenden von 24,5% auf 20% gesenkt.

FRANKREICH: Nicht realisierte Veräusserungsgewinne (stille Reserven) aus Aktien oder anderen Beteiligungen ab 2014 unterliegen künftig im Falle der Verlegung des Wohnsitzes ins Ausland der Wegzugsteuer, wenn der Beteiligungswert 800.000 € (bisher 1,3 Mio. €) übersteigt oder die Beteiligung mindestens 50 % (zuvor 1%) beträgt.
Nachdem das Verfassungsgericht den Sonderspitzensteuersatz für natürliche Personen mit Einkommen ab 1 Mio. € als verfassungswidrig abgelehnt hat, wird die Besteuerung auf die Unternehmen verlagert. Sie müssen auf die in den Jahren 2013 und 2014 geschuldeten Gehältern, soweit sie je 1 Mio. EUR je Arbeitnehmer übersteigen, eine Steuer von 50% (zzgl. Sozialversicherungsbeiträge) zahlen. Die Steuer ist auf 5% des Umsatzes des Unternehmens begrenzt. Sie ist als Betriebsausgabe bei der Körperschaftsteuer abziehbar, nicht aber bezüglich der Zusatzabgabe von 10,7%.

GRIECHENLAND: Die bisherige Immobiliensteuer und die 2011 eingeführte Immobilienabgabe werden in eine einheitliche Immobiliensteuer umgewandelt. Steuerpflichtig sind alle natürlichen Personen und Unternehmen, die in Griechenland ein Grundstück oder ein vergleichbares Nutzungsrecht besitzen. Die Höhe der Steuer bemisst sich u.a. nach Lage, Fläche und Alter der Immobilie. Soweit der Gesamtimmobilienwert einer natürlichen Person 300.000 € übersteigt, ist eine Ergänzungsteuer von 0,1% bis 1% fällig. Unternehmen müssen auf den Gesamtimmobilienwert eine Ergänzungssteuer von 0,5% zahlen.


IRLAND: Natürliche Personen, die mindestens 12 Monate arbeitslos waren und sich selbständig machen, erhalten für 2 Jahre eine Einkommensteuerbefreiung bis zu einem jährlichen Einkommen von 40.000 €. Natürliche Personen, die seit dem 1.1.2010 eine Steuer auf den Veräusserungsgewinn eines Wirtschaftsguts gezahlt haben und zwischen dem 1.1.2014 und 31.12.2018 Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten von mindestens je 10.000 € erwerben, erhalten im Fall von deren Veräusserung eine Steuerermässigung von 50% auf den neuen Veräusserungsgewinn oder in Höhe der Steuer auf den früheren Veräusserungsgewinn (je nachdem, welcher Betrag niedriger ist). Voraussetzung ist, dass die Reinvestition für ein neues Gewerbe einer natürlichen Person genutzt und mindestens drei Jahre gehalten wird. Die Quellensteuer auf Zinsen an natürliche ansässige Personen wird von 33% bzw. 36% einheitlich auf 41% erhöht.

LUXEMBURG: Der Umsatzsteuerregelsatz soll von 15% auf 17% sowie die ermässigten Steuersätze von 6% bzw. 12% auf 8% bzw. 14% erhöht werden. Der ermässigte Satz von 3%% auf Lebensmittel u.ä. bleibt bestehen.

MALTA: In dem fünfstufigen Einkommensteuertarif wird die vorletzte Stufe für Einkommen zwischen 19.501 € (Einzelveranlagung) und 60.000 € von bisher 32% auf 29% gesenkt.

MEXICO: Bisher unterliegen Dividenden einer ansässigen Körperschaft an ansässige natürliche Personen und nichtansässige natürliche und juristische Personen keiner Quellensteuer. Künftig wird eine Quellensteuer von 10% erhoben.

NIEDERLANDE: Die Steuer auf Einkünfte von Box 1 bis 19.645 € wird von 37% auf 36,25% für 2014, auf 36,7% für 2015 und auf 36,82% ab 2017 gesenkt. Die Steuer auf Einkünfte aus wesentlicher Beteiligung an Kapitalgesellschaften (Dividenden, Zinsen, Veräusserungsgewinne –  Box 2) wird von 25% wird auf 22% gesenkt. Die im Jahr 2012 eingeführte sog. einmalige Krisenlohnsteuer von 16% auf das 150.000 EUR übersteigende Gehalt natürlicher Personen wird auch für das Jahr 2013 in 2014 erhoben.

NORWEGEN: Der Einkommensteuersatz von 28% wird auf 27% gesenkt. Der Grundfreibetrag für die Vermögensteuer von 870.000 NOK wird auf 1 Mio. NOK angehoben, der Steuersatz von 1,1%  auf 1% gesenkt. Die Erbschaftsteuer wird abgeschafft.

ÖSTERREICH: Gehaltszahlungen natürlicher und juristischer Personen an Arbeitnehmer können künftig nicht mehr als Betriebsausgabe abgezogen werden, soweit sie 500.000 EUR pro Arbeitnehmer und Wirtschaftsjahr übersteigen.

PORTUGAL: Der für das Jahr 2013 befristete Zuschlag zur Einkommensteuer von 3,5% des Einkommens wird 2014 um ein Jahr verlängert.

SPANIEN: Die für 2012 und 2013 eingeführten Zuschläge zum Einkommensteuertarif (einkommensabhängig von 0,75% bis 7%) und auf steuerpflichtige Kapitaleinkünfte (2%-6%) sowie die befristet für 2011 bis 2013 eingeführte Vermögensteuer (Freibetrag 700.000 €, Sätze von 0,2% bis 2,5% werden um ein Jahr verlängert. Dasselbe gilt für den bei nichtansässigen natürlichen Personen für 2012 und 2013 erhöhten Regelsteuersatz (24,75% statt 24%) für spanische Einkünfte und die erhöhte Quellensteuer (21% statt 19%) auf Dividenden und Zinsen.

THAILAND: Der Einkommensteuerspitzensatz für Einkommen über 4 Mio. THB wird von 37% auf 35% gesenkt. Zwei weitere progressive Einkommensteuersätze in Höhe von 15% und 25% werden neu eingeführt.

USA: Etliche Einkommensmillionäre zahlen bisher geringere Einkommensteuerbeträge als Arbeitnehmer mit mittleren Einkommen und unterliegen nicht dem Spitzensteuersatz von 39,6% (bei Einkommen ab 406'750 USD), weil ihr Einkommen zum grossen Teil aus qualifizierten Dividenden und Veräußerungsgewinnen besteht, die mit höchstens 23,8% besteuert werden. Künftig sollen Gesamteinkommen über 2 Mio. USD mit mindestens 30% besteuert werden (Stufenregelung für Einkommen zwischen 1 und 2 Mio. USD). Unternehmen, die mindestens einen ihrer Geschäftszweige aus dem Ausland in die USA verlegen (lnsourcing) und dadurch inländische Arbeitsplätze schaffen, sollen zusätzlich zum Betriebsausgabenabzug eine Steuergutschrift von 20% der lnsourcing-Aufwendungen erhalten. Zusätzlich sollen die Kosten im Zusammenhang mit der Verlegung eines Geschäftszweigs ins Ausland nicht mehr als Betriebsausgaben abzugsfähig sein.

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