Montenegro

 

Das jüngste Land der Welt, das erst seit 2006 eigenständige Montenegro, zieht allmählich auch deutschsprachige Einwanderer an. Locken tun wohl ausgesprochen wertvolle Landschaften (vorab das Küstengebiet und die spektakuläre Bucht von Kotor, in kleinerem Ausmasse auch das bergige Inland) und in Küstennähe ein mediterranes bzw. submediterranes Klima. Relativ mild sind auch die steuerlichen Rahmenbedingungen. Bei der Einkommensbesteuerung wird, sofern der Lebensmittelpunkt oder die Ansässigkeit von über 183 im Kalenderjahr dem Lande zugeordnet werden kann, das weltweite Einkommen (speziell Erwerbseinkommen, Dividenden, Zinsen, Lizenzeinkünfte sowie Erträge aus Vermietung und Verpachtung) bei einem persönlichen Freibetrag von 840 EUR und keinen Abzugsmöglichkeiten mit einem Pauschalsteuersatz von 12% (ab 2010 geplant: 9%) erfasst. Kapitalgewinne bleiben steuerfrei, ebenso kennt Montenegro keine Vermögenssteuer. Natürliche Personen können zudem noch mit Liegenschaftssteuern (0,8 bis 8 Promille), Grunderwerbssteuern (3%) sowie Erbschaftssteuern (nur auf Immobilien zum Satze von 3%, Übertragungen auf Ehegatten, Kinder und Eltern steuerfrei) belastet werden. Auch liegen die Unternehmenssteuern für europäische Verhältnisse im tiefen Bereich (Körperschaftssteuer von einheitlich 9%; Quellensteuer auf Dividenden 9%, Zinsen 5% und ab 2010 9% sowie Lizenzen 9%; Sozialversicherungsabgaben inkl. Arbeitnehmeranteil 34%; mehrjährige Steuerferien für Neuansiedlungen, Gesellschaften mit ausländischer Beteiligung ab 100'000 EUR sowie in benachteiligten Regionen und Freihandelszonen).
 
Das sozialistisch regierte Montenegro, dessen Landeswährung der Euro ist, hat Ende 2008 einen in Westeuropa skeptisch aufgenommenen EU-Beitrittswunsch geäussert. Für westeuropäisches Misstrauen sorgte in den letzten Jahren auch das überforcierte Wachstum des Fremdverkehrs. Seit der Unabhängigkeit gehört Montenegro zu den weltweit am stärksten wachsenden Tourismusdestinationen, wobei vorab eine recht betuchte Klientel vorwiegend osteuropäischer, speziell russischer Provenienz angesprochen wurde. Dies alimentierte eine (teilweise dubios finanzierte) Bauwut und Preisexzesse (an gesuchten Toplagen Preise bis 7'500 Euro je Quadratmeter!). Hierauf sorgte indes die Weltwirtschaftskrise für einen jähen Stopp, wovon Verluste von Bauträgern sowie etliche Bauruinen zeugen. Trotzdem werden aber einige Grossprojekte, wie der Luxus-Yachthafen Porto Montenegro, weiter vorangetrieben. Insgesamt kann Wegfall der billigen Touristik-Spekulation nun etwas Besinnung bringen und zu einem nachhaltigeren Wachstum führen. Obschon das Land in etlichen Bereichen nicht westlichen Standard erreicht (z.B. teils dürftige Infrastruktur, nicht lückenlose Rechtssicherheit, Korruption), erachten wir das adriatische Land, welches durch die internationalen Flughäfen Podgorica und Tivat gut erreichbar ist, als eine der künftig interessantesten Zuwanderungsdestinationen in der adriatischen Balkanregion. Das Land könnte insbesondere Rentner sowie mobile Personen, die eine europäische Basis suchen, ansprechen. Alle relevanten Aspekte hinsichtlich einer Wohnsitzverlagerung nach Montenegro kann EMIGRATION NOW in Orientierungsgesprächen individuell vertiefen und gegebenenfalls Umsetzungslösungen anbieten.