KVG-Krankenversicherung für 120 CHF monatlich!

Mittlerweile liegt es in eidgenössischer Tradition, dass Ende September ein tobendes Raunen zu ansteigenden Krankenversicherungsprämien über das Alpenland weht. Denn alle Jahre wieder kommen Prämienerhöhungen so pünktlich wie das herbstliche Fallen der Blätter. Die breit bekannten Systemmängel des Gesundheitswesens und des obligatorischen Krankenversicherungssystems (KVG) werden dadurch für immer mehr Haushalte zur belastenden Bürde. Auch deswegen mutet es seltsam an, dass es Personen gibt, die ohne jegliche Verbilligung für nur 120 Franken Monatsprämie einen uneingeschränkten Zugang zur helvetischen Kranken- und Unfallgrundversicherung erhalten. Dies resultiert aus den gleichzeitig mit den CH-Prämiensätzen publizierten Grundversicherungsprämien EU-EFTA, die Personen mit Wohnsitz in der EU oder in Island bzw. Norwegen betreffen, welche dort der schweizerischen Krankenversicherungsplicht unterstehen. 

Es handelt sich vorab um Rentner, die eine schweizerische Rente (z.B. AHV, IV, SUVA, BVG, Militärversicherung) beziehen oder ab Alter 58 einen BVG-Kapitalbezug getätigt haben und keine Rentenleistungen vom Wohnsitzland erhalten. Überdies haben auch Grenzgänger, internationale Wochenaufenthalter, vorübergehend Entsandte oder grenzüberschreitend Mehrfachtätige mit CH-Sozialversicherungszuordnung unter Umständen eine hiesige Krankenversicherungspflicht. Die jüngste Prämienübersicht (auswanderungswillige Rentner sowie die übrigen Berechtigten können diese unter Angabe des Ziellandes über info@auswanderung.ch  in pdf-Form bestellen) zeigt gar, dass die die Prämienansätze etlicher Versicherer für die Jahre 2018 und 2019, teils gar markant, gesunken sind. Dafür verantwortlich zeichnen wohl mitunter die Frankenstärke, die geringeren Kosten oder Deckungen der gesetzlichen Gesundheitsversorgungen im Ausland und wohl auch die Gegebenheit, dass Auslandschweizer nicht so häufig den Arzt aufsuchen wie Inländer. Nachfolgend seien die günstigsten 2018er CHF-Monatsprämien für Erwachsene (mit Unfall, Franchise 300 CHF, in Klammer der Name der Assekuranz) je Land aufgelistet: 

Belgien 393 (Helsana), Bulgarien 165 (CSS), Dänemark 360 (KPT), Deutschland 249 (Vivao Sympany), Estland 130 (Intras), Finnland 360 (Helsana und Progrés), Frankreich 303 (Progrés), Griechenland 205 (KPT), Grossbritannien 393 (Helsana und Progrés), Irland 393 (Helsana und Progrés), Island 360 (Helsana und Progrés), Italien 300 (Helsana), Kroatien 165 (Intras), Lettland 130 (Intras), Litauen 121 (Intras), Luxemburg 393 (Helsana und Progrés), Malta 152 (Assura), Niederlande 393 (Helsana und Progrés), Norwegen 360 (Helsana und Progrés), Österreich 365 (Mutuel und Philos), Polen 120 (Intras), Portugal 250 (KPT), Rumänien 169 (Swica), Schweden 360 (Helsana und Progrés), Slowakische Republik 120 (Intras), Slowenien 130 (Intras), Spanien 320 (KPT), Tschechische Republik 167 (Assura), Ungarn 152 (Assura) und Zypern 130 (Intras) CHF.

Ein Schweizer Rentner mit Wohnsitz in der Slowakei oder Polen kann also für nur 120 Franken monatlich im Rahmen der KVG-Grunddeckung schweizweit das helvetische Gesundheitssystem beanspruchen. Für weitere sieben Länder liegen die Minimalprämien unter 140 Franken. In der Schweiz Krankenversicherungspflichtige mit Wohnsitz im aktuell beliebtesten Auswanderungsland, Deutschland, finden eine Lösung bereits ab monatlich 249 CHF. Alle Berechtigten geniessen das sog. Behandlungswahlrecht, d.h. sie können sich sowohl im Auswanderungsland als auch in der Schweiz die jeweiligen gesetzlichen Basisleistungen beanspruchen. In einigen Ländern umfassen die Leistungskataloge gar ärztliche Dienste (z.B. zahnmedizinische Behandlungen), die in der Schweiz durch das KVG nicht gedeckt sind. 

Emigration Now berät bereits in Orientierungsgesprächen sowie in Mandatsbeziehungen zu allen Aspekten der schweizerischen KVG-Deckung für Versicherungspflichtige mit Wohnsitz EU/EFTA, so u.a. über die Wahl des Versicherers, die Beitrittsmodalitäten, das Zusammenspiel mit Zusatzversicherungen nach VVG bzw. mit lokalen oder internationalen Versicherungsdeckungen, eventuelle Optionsrechte (Befreiungen von der CH-Versicherungspflicht) und deren Konsequenzen, Prämienverbilligungen und über die notwendigen Formulare (etwa A1, S1, S2, S3, E-Formulare, etc.) und Karten.