Vorzugsbesteuerung in Malta

Seit Mitte 2011 bietet der Inselstaat Malta eine Vorzugsbesteuerung für natürliche Personen mit dem Charakter einer günstigen Pauschalbesteuerung an. Es handelt sich um ein Konzept, dessen Grundelemente der britischen taxation on remittance basis ähneln, unter anderem bei vorwiegend analoger Anwendungen der Begriffe resident, ordinarily resident, domiciled und not domiciled. Hierein eingebettet ist das "Ansiedlungsprogramm", das sich an High Net Worth Individuals (HNWI) richtet, einerseits für EU/EFTA/CH-Bürger, andererseits für Staatsangehörige der übrigen Provenienzen. Um als HNWI im Sinne der Vorzugsbesteuerung zu gelten, haben Neuzuzüger entweder eine (nicht vermietbare) Immobilie im Werte von mehr als 400'000 € zu erwerben oder eine Mietwohnung für mindestens 20'000 € p.a. zu beziehen. Es qualifizieren sich als begünstigte HNWI ein Antragsteller und seine Familie, wobei dieser Begriff weit gefasst ist (mit dabei sind Ehe- und Konkubinatspartner sowie deren engen Familienangehörigen, Eltern, Geschwister, sonstige Personen mit engen Beziehungen). Alle Interessenten müssen "fit und proper" (u.a. keine Vorstrafen) sein, einen Krankenversicherungsschutz nachweisen, die Anträge über einen lokalen "Authorised Registered Mandatory" einreichen und eine Bearbeitungsgebühr von 6'000 € entrichten. Die zuständige Behörde prüft alsdann den Antrag und gibt allenfalls eine sofortige Zusage. Das OK kann indes auch provisorisch sein, nämlich dann, wenn das Immobilienengagement noch nicht vollzogen wurde, wofür dann ein Jahr Zeit bleibt.

So qualifiziert, können EU/EFTA/CH-Neuansässige von folgender besonderer Besteuerung profitieren: Sie entrichten lediglich eine Steuer von 15% auf das (jährlich zu deklarierende) Auslandseinkommen, das nach Malta transferiert wird (Remittance-Basis-Konzept), in jeder Steuerperiode mindestens aber 20'000 € (zuzüglich 2'500 € je Familienangehöriger). Da Auslandsvermögen und ausländische Kapitalgewinne steuerfrei vom Ausland überwiesen werden können oder weil häufig Jahreseinkommen von weniger als 6,66fache der Minimalsteuer transferiert wird, bleibt es bei der Grundsteuer, die dann den pauschalen Charakter annimmt.

Die Möglichkeit grundsätzlich steht auch Nicht-EU/EFTA/CH-Bürger offen, wenn auch unter strengeren Bedingungen. So liegt die Minimalsteuer für sie bei 25'000 € (+ 5'000 € je Familienmitglied). Auch gelten strengere Zulassungsbedingungen: Für einen Dauerwohnsitz oder Aufenthalte von mehr als 9 Monate p.a. haben sie einen Einmalobulus von 500'000 € zzgl. 150'000 € pro Familienmitglied zu leisten und Englischkenntnisse nachzuweisen. EU/EFTA/CH-Bürger können dagegen unter den Bedingungen der Personenfreizügigkeitsabkommen einwandern. Das Commonwealth-Land Malta setzt keine Mindestaufenthaltsdauern für die Aufrechterhaltung der Vorzugsbesteuerung voraus.

Alle relevanten Aspekte (inkl. Umsetzungsvorschläge) einer Auswanderung nach Malta kann Emigration Now in Orientierungsgesprächen vertiefen.